Petra Muchow im Interview: Frauen in Führungspositionen

Petra Muchow im Interview

Führung ist keine Geschlechtersache

Scrum

Petra Muchow: Die Akademieleiterin der Leaders Academy Hamburg – Lübeck im Interview zum Thema „Frauen in Führungspositionen“.

Die Quote von Frauen in Führungspositionen liegt aktuell bei 29,5% (Quelle: Statista). Grundsätzlich nur eine Zahl, dennoch auch die bittere Realität. Denn diese Zahl stagniert seit nunmehr 10 Jahren. Doch woran liegt das? Wir haben Petra Muchow, Akademieleiterin der Leaders Academy Hamburg – Lübeck, zum Interview eingeladen, um uns eine Antwort auf diese Frage zu geben. 

Die Unternehmerin und Wirtschaftspsychologin Petra Muchow ist Spezialistin in den Bereichen Führungspsychologie und Persönlichkeitsentwicklung und gibt inzwischen ihre Expertise an Führungskräfte und Geschäftsführer weiter. Ihre Leidenschaft für Neurowissenschaft und Lernpsychologie helfen ihr dabei, Lernformate zu konzipieren, die nachhaltig wirken und ihre Teilnehmer in die Umsetzung bringen. Sie ist ganz klar der Meinung, dass Führung keine Geschlechtersache ist.

Wo liegen aus deiner Sicht die Ursachen, dass die Quote von Frauen in Führungspositionen bei 29,5% liegt?

Da gibt es sicher nicht „die eine Ursache“. Es ist ein Konglomerat von verschiedenen Dingen, die in Summe dazu beitragen. Zum einen netzwerken Frauen oft anders als Männer. Viele Geschäfte werden häufig gar nicht im Besprechungsraum, sondern an der Bar gemacht. Da ist es schon wichtig, ein eigenes und sicheres Standing zu haben, um als Frau da nicht als „günstige Gelegenheit“ rüberzukommen, sondern als Geschäftspartnerin auf Augenhöhe.

Über „Frauen und Familienplanung“ ist sicher bereits ausreichend diskutiert worden. Diese stereotypischen Vorstellungen gibt es tatsächlich immer noch in den Köpfen von einigen Menschen. Aber das war für mich nie ein Thema. Ich habe als Selbstständige immer voll gearbeitet und habe zu meinen mittlerweile erwachsenen Söhnen trotzdem eine sehr enge Bindung.

Was sind die typischen Probleme weiblicher Führungskräfte?

Führungsprobleme liegen doch nicht im Geschlecht, sondern in der Natur der individuellen Persönlichkeit, im Unternehmensumfeld oder in Markttrends. Die typischen Probleme von allen sind Umgang mit der Digitalisierung, Fachkräftemangel, Corona und gelingende Kommunikation. Diesen Problemen ist es ehrlich gesagt völlig egal, ob du dich als Mann oder als Frau mit ihnen auseinandersetzen darfst.

Was würdest du Frauen empfehlen? Welche Skills sind aus deiner Sicht notwendig, um eine Führungsposition zu erreichen?

Persönlichkeitsentwicklung ist das A und O! Wenn du dich selbst gut kennenlernst, dazu viele kluge Impulse von außen bekommst und dich in einem entsprechenden Netzwerk mit anderen austauschst, dann lernst du in kleinen Schritten, dich weiterzuentwickeln und persönlich zu wachsen. Das passiert einfach, wenn guter Input kommt. Wachstum ist ein Prozess. Ein Wochenendseminar über „wie ich mit meinen männlichen Mitarbeitern kommuniziere“ macht bestimmt Spaß, ist aber kaum nachhaltig. Mein Tipp:

  • Lerne hinzuschauen, wo es in dir drin piekst!
  • Wahrnehmen, beobachten, nach innen schauen.

Nicht sehr neu und auch nicht innovativ – aber sehr wirksam.

Führen Frauen grundsätzlich anders als Männer und wo liegen die signifikanten Unterschiede?

Ich stehe nicht so auf die Stereotypisierung und halte sie nicht für „wahr“, sondern bin überzeugt, dass das mehr mit Glaubenssätzen und individuellen Überzeugungen zu tun hat. Ich arbeite mit wahnsinnig fähigen Frauen in Führungspositionen zusammen. Empathisch, gebildet, herzlich, analytisch, durchgreifend wenn nötig, scharfsinnig… und unglaublich gutaussehend!

Eine Sache gibt es jedoch: Viele Frauen denken, dass in Führung und Verhandlungen die Sachebene für Verhalten relevant ist.

Wir dürfen uns jedoch dabei noch viel mehr mit der non-verbalen Kommunikation beschäftigen. Dinge, die mit „der Sache“ überhaupt nichts zu tun haben, am Ende aber entscheidungsrelevant sind. Dazu gehören Status-Spielchen, gezeigte „innere und äußere Präsenz“ und die unschlagbare Fähigkeit, Situationen und Gesagtes nicht so ernst oder zu persönlich zu nehmen.

Frauen wird oftmals eine überlegene Empathie unterstellt im Vergleich zu Männern. Für wie wichtig hältst Du die Bereitschaft zu verstehen, was Mitarbeiter bewegt?

Die Bereitschaft zuzuhören und den Mitarbeitern mehr Freiheit zu geben, Dinge auszuprobieren, wenn es dem gleichen Ergebnis dient – Empathie ist eine der grundlegend wichtigsten Fähigkeiten für jede Führungskraft. Mehr noch: Es ist ein Teil ihres Jobs! Wenn sie das nicht draufhaben, hinzuschauen, zuzuhören, Vertrauen zu geben und von ihrem Team Vertrauen ausgesprochen zu bekommen, dann sind sie keine Leader. Dann sind sie Aufgabenverwalter oder Kontrolleure. Es gibt übrigens sowohl weibliche wie männliche Aufgabenverwalter!

Wie hoch ist der Frauenanteil unter deinen Teilnehmern?

In meinen Trainingsgruppen ist das ziemlich ausgewogen.

Ist Corona eine Gefahr im Bestreben nach mehr Verantwortung in Unternehmen? Viele Frauen sehen sich gezwungen, wieder komplett die Kinderbetreuung zu übernehmen.

In diesem Boot sitzen wir alle zusammen. Kinder haben normalerweise zwei Elternteile und wenn die es nicht schaffen, sich gemeinsam zu kümmern und abzusprechen, dann liegt das Problem nicht bei Corona, sondern in der Partnerschaft. Wir dürfen alle lernen, über unsere Bedürfnisse zu sprechen, auch wenn es manchmal vielleicht nicht angenehm ist. Aber einem Konflikt aus dem Weg zu gehen, weil ich vielleicht Angst habe, der andere mag nicht mehr oder verlässt mich, ist sicher keine nachhaltige Lösung, die auf lange Sicht zufrieden macht. Da bin ich dann wieder für die Ursachenbekämpfung.

„Das größte Geschenk ist es, wenn wir uns gegenseitig erlauben, voneinander zu lernen – egal, ob wir als Mann, als Frau oder als irgendetwas dazwischen auf der Welt sind. Führung beginnt immer in mir selbst und meiner Selbstführung. Hinschauen, wahrnehmen, beobachten und in kleinen Schritten in die Richtung gehen, die sich für „dich“ am besten anfühlt.“Petra Muchow, Leaders Academy Hamburg-Lübeck

Führen auf Distanz: Gebt dem Homeoffice seine Faszination zurück!

Führen auf Distanz

Gebt dem Homeoffice seine Faszination zurück!

Scrum

Face-to-Face: Das Team der Leaders Academy führt alle virtuellen Meetings ausschließlich mit Videofunktion durch.

Das Homeoffice läuft. Zumindest technisch gesehen. Die menschliche Zusammenarbeit über den Bildschirm kostet vielerorts hingegen unglaublich viel Energie. Häufig leiden Kultur und Teamspirit unter der räumlichen Distanz. Wie Führungskräfte gegensteuern und ein Wir-Gefühl in ihre Teams bringen, verrät Thomas Hahn, Geschäftsführer der Leaders Academy. 

Für die Teamdynamik gibt es schlichtweg keine Algorithmen, die sich programmieren lassen. Führungskräfte müssen kreativ werden, um in flexiblen Bürokonzepten menschliche Nähe zu kultivieren. Denn in vielen Unternehmen verschwindet das Persönliche schleichend hinter den Bildschirmen. Die Zusammenarbeit wird schwerfällig. Die Motivation lässt nach. Das wirkt sich langfristig auf die Arbeitsproduktivität aus.

Wer positive Energie will, muss wissen, wie man digitale Hürden überbrücken kann. Mit den richtigen Hebeln können Sie das Führen auf Distanz effizienter und menschlicher gestalten.

Kommen Sie aus der Opferrolle:

Mehr (Führungs)Kraft durch Konzentration

Viele Führungskräfte vergeuden ihre Energie auf Nebenkriegsschauplätzen. Heißt: Sie konzentrieren sich auf Dinge, die sie nicht beeinflussen können. Ihre Haltung in Bezug auf die Digitalisierung können Sie verändern. Sie können auch an Ihrer Zeiteinteilung arbeiten oder aktiv beeinflussen, wann und wie Sie mit Ihren Mitarbeitern interagieren. Wenn Ihr Unternehmen aber von äußeren Einflussfaktoren wie unter politischen Entscheidungen oder auch einer Pandemie betroffen ist, können Sie sich darüber aufregen. Am Ende ändert das nichts. 

Richten Sie Ihren Fokus also auf Bereiche, in denen Sie etwas bewirken können. Dann gewinnen Sie unglaublich viel Kraft zurück und Ihre Selbstwirkung wird höher.

Der entscheidende Erfolgsfaktor:

Distanzen in Vertrauen verwandeln

Sicher, im Remote-Büro stehen Führungskräfte vor vielen Herausforderungen. Aber es ergeben sich auch großartige Chancen. Anstatt Kontrolle und unmündige Mitarbeitende zu kultivieren, können Vorgesetzte Vertrauen zulassen. Dazu gehört das Teilen von Verantwortung. 

Führungskräfte sollten jedem die Möglichkeit geben, sich zu beweisen. Sprich: Jedes Teammitglied sollte selbst entscheiden, was zu tun ist, wie es zu tun ist und wie der beste Weg zum Ziel aussieht. Sie werden erstaunt sein, wie Menschen Verantwortung annehmen, wenn Sie ihnen die Gelegenheit dazu geben

How to:

Führungskräfte
können Vertrauen lernen

Das Problem liegt häufig nicht im Wollen, sondern im Können. Viele Führungskräfte möchten Vertrauen aufbauen, aber ihre eingefahrenen Verhaltensweisen und Routinen hindern sie daran. Wie gelingt also der Kulturwandel?

  • Fangen Sie bei Ihrer Haltung an! Mit gezieltem Training gelingt es Ihnen schrittweise, einen vertrauenstiftenden Führungsstil umzusetzen.
  • Kultivieren Sie eine gesunde Fehlerkultur. Um schnell zu sein, müssen Unternehmen experimentieren. Und Experimentieren geht nur ohne Angst.
  • Delegieren Sie Verantwortung, keine Aufgaben! Die Mitarbeiterin auf Ergebnisse festzunageln, aber ihr die Möglichkeit entziehen, dafür auch Sorge zu tragen, das funktioniert nicht.
  • Mit Methoden – wie der „Start-Stop-Keep“-Übung – können Führungskräfte regelmäßig Feedback einholen und ihren Mitarbeitenden vermitteln, dass sie ihre Bedürfnisse ernst nehmen.

Distanz ist nicht gleich Distanz:

Menschlichkeit geht auch virtuell

Wenn Menschen allein hinter ihren Bildschirmen sitzen, fühlen sie sich schnell isoliert. Gegensteuern können Führungskräfte über die Häufigkeit, Art und Qualität des virtuellen Austauschs. 

Kommunizieren Sie mit Ihren Teams überwiegend in Echtzeitkommunikation, lässt das die Distanz geringer erscheinen. Je mehr Sinne Sie dabei ansprechen, desto mehr Nähe schaffen Sie. 

Lassen Sie dabei die Vermischung von Privatem und Beruflichem zu! So fördern Sie die zwischenmenschliche Energie. Auch Gefühle spielen eine große Rolle für die Verbundenheit im Team. Führungskräfte sollten dabei mit großem Vorbild vorangehen. Machen Sie Implizites explizit und Ihre Mitarbeitenden werden Ihnen folgen!

„Ich arbeite schon immer im Home Office, da ist mir die Umstellung nicht besonders schwer gefallen. Durch die immer mit Video stattfindenden Online-Meetings bin ich mit meinen Kollegen, trotz der Distanz, enger zusammengewachsen.“Ursula Nowak, Vertriebsassistenz der Leaders Academy GmbH

Produktive Meetings:

Der Rhytmus macht die Musik

Video-Termine gehören in den meisten Unternehmen bereits zum Standard. Nicht enden wollende Meetings können dabei unglaublich ermüdend sein – gerade virtuell.

Damit der Austausch via Web-Cam bereichernd und fokussiert bleibt, braucht es einen sinnvollen Meeting-Rhythmus. Routine schafft Orientierung.  

Heißt: Wenn Menschen es gewohnt sind, sich täglich im Büro zu sehen, ist ein morgendliches, virtuelles Stand-up-Meeting sinnvoll. Hinzu kommt beispielsweise ein wöchentlicher Jour Fixe, in dem die Teammitglieder Verantwortlichkeiten festlegen. Ebenso wichtig sind informelle virtuelle Treffen zu einem Feierabend-Getränk oder Kaffee-Klatsch, um das persönliche Miteinander zu stärken.

Hand aufs Herz:

Wie steht es um Ihre Meeting-Qualität?

Damit alle Beteiligten ein Meeting mit gutem Gefühl verlassen, will dieses gut geplant sein. Virtueller Austausch braucht Struktur und eine Agenda.

Hilfreich ist es, vorab Meeting-Rollen zu verteilen. Der Moderator sorgt für den roten Faden. Dem Timekeeper obliegt das Zeitmanagement. Der Protokollführer bringt Ordnung in das System, in dem er wichtige Entscheidungen und Aufgabenverteilungen schriftlich festhält.

Je gezielter ein Meeting von konkreten Fragestellungen geleitet wird, desto mehr bleibt es auf den Punkt. Bei uns beginnt der Tag beispielsweise mit einem Daily Huddle. Unter normalen Bedingungen fasst hier jeder Mitarbeiter innerhalb von max. einer Minute seine Tagesprioritäten zusammen. Wir haben für uns festgestellt, dass es im Homeoffice Sinn macht, das ganze schriftlich in einem Chat festzuhalten. Jeder Mitarbeiter beantwortet dabei in unserem Kommunikationskanal die folgenden drei Fragen:

  1. Stimmung: Wie geht es dir heute (Skala 1-10) und warum? ☀️🌥⛈ 
  2. Was wird dein Highlight des Tages? 😍
  3. Welche Herausforderungen hast du aktuell? Wo brauchst du Unterstützung? 🆘

Um eine große Nähe untereinander zu schaffen, binden wir bewusst auch persönliche Fragestellungen ein. Für einen gelungenen Einstieg sorgen beispielsweise gute persönliche und berufliche Neuigkeiten. In Einzelgesprächen können Sie als Führungskraft durch ein simples „Wie geht es deiner Familie?“ Nähe und Vertrauen aufbauen.

Binden Sie Ihre Mitarbeiter ein:

Virtuellen Teams Sinn stiften

Klar ist: Wenn die Bürogemeinschaft fehlt, ist auch von gemeinsamen Zielen oft nicht mehr viel zu spüren.

Das Gesamtbild zu zeigen und die Mitarbeitenden ein Teil davon werden zu lassen, ist daher eine der wichtigsten Aufgaben beim Führen auf Distanz. Heißt: Jeder Mitarbeitende sollte genau wissen, was von ihm erwartet wird und welchen Anteil er am Unternehmenserfolg hat. Ziele vorgeben ist gut, reicht aber nicht aus. Tiefes Verstehen und Identifikation erreichen Führungskräfte nur, wenn sie die Menschen in ihrem Unternehmen an der Zielfindung teilhaben lassen. Dafür müssen Sie ihre Mitarbeitenden in Geschäftsprozesse integrieren und Ziele nicht im Top-Down-Prinzip vorgeben.

Die jetzige Situation wird zur Normalität:

Führen auf Distanz als Zukunftskonzept

Das Homeoffice gehört inzwischen zum Regelbetrieb – und vieles davon wird bleiben. Daher sollten Sie als Führungskraft die Schnittstelle zwischen Technologie und Teamspirit schließen und dafür sorgen, dass ihre Mitarbeitenden mit positiver Energie weiterarbeiten. Mit kreativen Methoden können Sie Ihre digitale Leaderkompetenz entscheidend verbessern. 

Change Management: Wie Führungskräfte agil führen und digitale Prozesse vorantreiben

Change Management:

Wie Führungskräfte agil führen und digitale Prozesse vorantreiben

Scrum

SCRUM-Boards & Co. können auch digital in den Joballtag eingebunden werden. Es ist nur eine Frage der Umsetzung.

Sie als Führungskraft haben maßgeblichen Einfluss darauf, ob Ihr Unternehmen zu den Gewinnern oder Verlierern des digitalen Wandels gehört. Mit den modernen Managementansätzen lassen Sie Digitalisierungsängste hinter sich und machen Veränderung zu Ihrer Lebensaufgabe. Unbedingt dazu gehören eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur und die Fähigkeit, flexibel zu bleiben. Agile Führung kann man lernen. 

Hundertmal durchdacht, fest vorgenommen, dann wieder aufgeschoben: Der digitale Wandel lässt in vielen Unternehmen weiterhin auf sich warten. Dabei sind nicht einmal große Teams nötig, um neue Technologien und Geschäftsmodelle erfolgreich zu etablieren. WhatsApp hat mittlerweile über eine Milliarde Nutzer und wurde für 19 Milliarden an Facebook verkauft. Die Firma hatte 50 Mitarbeiter.

Ganz gleich, ob in einem Start-up oder in einem KMU, der Nährboden für die digitale Transformation liegt schlicht und ergreifend in einem agilen Leadership und einer inspirativen Unternehmenskultur. Wendigkeit, Agilität und Flexibilität sind die Attribute, die es braucht, um Organisationen in der Digitalisierung erfolgreich zu machen. Der Zugang zu Neuem ist dabei nur eine Frage der Einstellung. Eine Frage Ihrer Einstellung!

Führungskräfte müssen keine digitalen Könner sein, um innovativ zu denken. Das Silicon-Valley-Mindset kann sich jeder Leader oder Manager ganz einfach erarbeiten. Die Frage ist: Gehen Sie mit oder stellen Sie sich der Entwicklung entgegen?

Wenn es Ihnen gelingt, Ihre „Ja, aber“-Mentalität zu überwinden und mit konkreten Management-Ansätzen Digitalisierungsprozesse schrittweise anzugehen, können Sie sich zu einem aktiven Wegbereiter der VUKA-Welt entwickeln. Ihr analoges Denken weicht einem digitalen Mindset und Sie werden sehen: Alles ist möglich!

Schaffen Sie eine Kultur des Anfangens!

Digitaler Wandel beginnt mit Ihrer Haltung

Es ist nicht schwierig, sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Schwierig ist es, damit zu beginnen. Die ersten Schritte lassen viele Führungskräfte davor zurückschrecken, überhaupt loszulegen. Nicht wenige handeln erst, wenn der Druck zu groß wird. Im digitalen Wandel kann dieses Muster im Kopf fatale Folgen haben. Reagieren, bevor es wehtut – wäre das nicht wesentlich klüger?

Das allerdings gelingt Ihnen nur, wenn Sie mit der Veränderung bei sich selbst anfangen. Echter Wandel vollzieht sich immer von innen nach außen. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen also Digitalisierungsprozesse erfolgreich einsetzen möchten, muss Ihr Mindset stimmen.

Damit Neues entstehen kann, brauchen Sie eine positive, offene, neugierige Einstellung. Bringen Sie die mit? Oder müssen Sie hieran vielleicht noch arbeiten?

Machen Sie den Kurzcheck:

  • Welche Haltung habe ich gegenüber der Veränderungen? Sage ich „JA!“ zu digitalem Wandel?
  • Was sind meine Ängste in Bezug auf die Digitalisierung? Sind diese berechtigt/begründet?
  • Welche Eigenschaften meiner Firma machen uns stark für die Digitalisierung?
  • Welche Eigenschaften schwächen uns?
  • An welchen Punkten besteht für mich/meine Firma Bedarf umzudenken?

Effiziente Selbstführung:

Nur, wer sich selbst führen kann, kann auch andere führen

Sicher würden Sie gern zu den digitalen Könnern gehören, die mit bestärkender Energie einfach machen, probieren, antreiben. Aber irgendwie bremst Sie Ihr innerer Schweinehund aus. Das ist vollkommen normal. Unser Gehirn ist ein Gewohnheitstier! Daher macht uns alles Neue ein Stück weit Angst oder verunsichert uns. Dahinter steckt die Sorge vor Misserfolg und der innere Unwille, Routinen zu verlassen. Denn gerade letzteres ist bequem und herrlich unanstrengend. Aber die Welt dreht sich mit rasanter Geschwindigkeit weiter und alte Gewohnheiten versperren Ihnen als Führungskraft den Weg zu Neuem, für den Sie schon ob Ihrer Funktion offen sein müssen.

Sie können aber Ihre innere Haltung ändern und Ihre Vorliebe für Gewohnheiten nutzen. Denn beides steckt in uns. Die Sehnsucht nach Routinen und die Fähigkeit, sie zu überwinden. Heißt: Je öfter Sie etwas wiederholen, umso leichter fällt es Ihnen. Das gilt auch für ein agiles Mindset. Mit den richtigen Impulsen können Sie Ihre Ängste aktiv angehen, neue Kompetenzen erlernen und eine Routine daraus machen!

Zwei Beispiele:

  1. Fangen Sie im Kleinen an: Springen Sie, bildlich gesprochen, zuerst vom Ein-Meter-Brett, dann vom Dreier! So können Sie bestehende Strukturen und Abläufe täglich hinterfragen und mit kleinen Schritten Neues einführen. Machen Sie stetigen Wandel und Verbesserung zu Ihrer neuen Gewohnheit und sichern Sie sich damit Ihre Zukunftsfähigkeit!
  2. Sie können morgens aufwachen und denken: „Jetzt muss ich aufstehen, jetzt muss ich zur Arbeit, jetzt muss ich…“. Oder Sie starten den Tag mit positiver Energie: „Schön, dass ich gesund bin. Heute habe ich Bock, richtig durchzustarten.“ Welche Einstellung wird wohl die größeren Erfolge nach Hause bringen?

Machen Sie sich bewusst: Ihre innere Haltung, Ihre Ängste und die Tonart Ihres „Schweinehundes“ sind keine festen Zustände! Mit ein wenig Übung können Sie Ihre Haltung für dynamischen, nachhaltigen Wandel öffnen und aus diesem Bewusstsein heraus, agile Führungsmethoden in Ihrem Unternehmen etablieren.

Der berühmte Tellerrand:

Digitales Out-of-the-box-Denken

Digitale Kompetenz zeigt sich in der notwendigen Flexibilität. Hinterfragen Führungskräfte bestehende Abläufe und Strukturen regelmäßig und behalten dazu den Marktblick, eröffnen sich ihnen mitunter unfassbare neue Möglichkeiten. Gerade die Coronapandemie hat die Agilität bzw. Nicht-Agilität vieler Unternehmen offenbart. Viele Firmen haben ihr Produktportfolio schnell angepasst und sich so über den Lockdown gerettet.

Unternehmen, die auf Fotoprodukte spezialisiert waren, fingen beispielsweise zügig an, Gesichtsmasken zu produzieren und mit kreativen Layouts zu bedrucken. Das zeigt: Agile Führungskräfte müssen ständig darüber nachdenken, ob sich ihre Unternehmenskompetenz auch woanders einsetzen lässt und ob heute erfolgreiche Produkte morgen noch Bestand haben. Mit verschiedenen Hilfestellungen – wie der Osborne Checkliste – lässt sich Kreativität oder Inspiration im Team ankurbeln.

Diversität:

Vielfalt im Team bringt Innovationskraft

Unternehmen wie Google oder Facebook leben von ihren Digital Geeks und Könnern in allen Gebieten. Will sagen: Menschen machen die Digitalisierung. Gute Mitarbeiter sind die entscheidenden Komponenten für die Innovationskraft eines Unternehmens.

Das heißt für Sie: Zu Ihren wichtigsten Führungsqualitäten muss es gehören, die richtigen Menschen zusammenzubringen. Das beginnt bereits im Recruiting. Digitaler Wandel braucht Diversität. Je mehr Ideen und Haltungen zusammenkommen, desto kreativer der Output. Unterschiede beleben. 

  • SAP beschäftigt zum Beispiel Autisten, weil sie sensationell programmieren können.
  • GORE besetzt den Empfang mit einer Schauspielerin. Sie kann die Körpersprache von Besuchern besser lesen als eine Teamassistentin.

Führungskräfte, denen es gelingt, die Vielfalt in Ihrem Unternehmen zu nutzen und Mitarbeiter bereits unter diesen Kriterien einzustellen, können neue Ideen und agile Arbeitsweisen enorm voranbringen. Ein falsch platzierter Mitarbeiter kostet hingegen viel Zeit und Geld.

Diversität führen lernen:

mit agilen Managementmethoden

Unterschiede bergen allerdings auch viel mehr Konfliktpotenzial. Daher ist es wichtig, dass Vorgesetzte die Diversität in ihrem Unternehmen auch führen können. Wenn Führungskräfte die persönlichen Attribute ihrer Mitarbeiter klarer identifizieren können, wissen sie, auf was ihr Gegenüber Wert legt, was die No-Gos sind und wie es persönlich wachsen kann. Mit Persönlichkeitsanalysen werden Verhaltenspräferenzen für das gesamte Team sichtbar gemacht. Konflikte verlieren dadurch die persönliche Ebene und Mitarbeiter hören auf, Eigenschaften als störend zu empfinden.

„Bei uns sind alle Persönlichkeitsprofile der Mitarbeiter und von mir selbst offengelegt. Jeder weiß, wie der andere tickt – ob er eher emotional oder rational agiert, ob er primär aufgabenorientiert oder menschenorientiert arbeitet. So entstehen weniger Missverständnisse. Effektiveres Arbeiten und eine respektvolle Kommunikation sind so bei uns möglich.“Thomas Hahn, Geschäftsführer der Leaders Academy GmbH

Ein guter Nebeneffekt: Auch Führungskräfte können ihre Mitarbeiter so besser einschätzen. Wenn Sie als Vorgesetzter wissen, was jeder Einzelne braucht, um zu wachsen, können Sie Stärken zielgerichteter fördern. Das motiviert und führt zu besseren Ergebnissen.

Kreativität:

Wer agil führen will, muss Raum für Kreativität geben

Wer freies Denken will, muss Freiheit geben. Stechuhr und Permanent-Kontrolle sind da wenig hilfreich – und sogar zerstörerisch. Menschen müssen in die Selbstverantwortung kommen, damit sie innovativ werden. Das heißt: Führungskräfte müssen lernen, Platz zu machen und Verantwortung zu teilen. Dazu brauchen sie die Kraft, loszulassen und sich operativ überflüssig zu machen. Im Digital Leadership geht es ums Vorleben, nicht ums Befehlen. Wenn Mitarbeiter sich frei entfalten sollen, benötigen sie den notwendigen Handlungsspielraum in einem flexiblen Rahmen.

Natürlich brauchen Unternehmen auch in Zukunft gewisse Hierarchien und Strukturen. In einer digitalen Welt dürfen diese allerdings nicht starr sein. Als Chef müssen Sie Agilität fördern und Abläufe nicht über Menschen stellen, wenn Sie die Digitalität in Ihrem Unternehmen vorantreiben wollen. Ansonsten können Ihre Mitarbeiter ihr Talent nicht frei leben. Das ist der entscheidende Shift im Denken! Impulse, die freies Denken fördern, gibt es viele.

Ein Beispiel:

Schaffen Sie in Ihrem Unternehmen Raum für Gedankenexperimente. Das können Brainstormings sein, aber auch Gespräche am Mittagstisch. Die wichtigste Regel dabei ist, nicht zu bewerten. Die Schöpferkraft und der Ideenreichtum Ihrer Mitarbeiter kann sich nur entfalten, wenn sie keine Angst davor haben müssen, reglementiert zu werden.

Fehlerkultur:

Moderne Führung muss Fehler kultivieren

Menschen werden nur aktiv, wenn sie keine Angst haben, frei zu denken. Trotzdem lautet die oberste Maxime in vielen Unternehmen immer noch: Bloß keinen Fehler machen! Aber genau da fängt der Fehler schon an, wenn es um Fortschritt und Wandel geht. Digitalisierung wirft Planbarkeit über Bord: Was heute noch Erfolg hat, kann morgen schon wieder komplett überholt sein. Das heißt gleichzeitig: Ihre Mitarbeiter müssen mutig sein und schnell agieren. Das tun sie nur, wenn Ihre gelebte Unternehmenskultur das zulässt.

Wenn Führungskräfte Rückschläge als Chance begreifen, werden dies auch ihre Mitarbeiter tun. Kultivieren Sie also eine gesunde Fehlerkultur, überträgt sich diese ungebremste Energie auf Ihr Team. Projekte können ohne Angst wesentlich besser gedeihen. Das ist wie bei einem Kind, das Laufen lernt. Wenn man ihm Mut zuspricht, kommt es immer wieder auf die Beine und hat irgendwann Erfolg. 

Wie steht es um Ihre Führungskultur? Halten Sie sich den Spiegel vor:

  • Machen Sie an drei Beispielen fest, wie Sie bei Fehlern Ihrer Mitarbeiter reagiert haben!
  • Fallen Ihnen konkrete Maßnahmen ein, wie Sie in Ihrem Unternehmen eine angstfreie Fehlerkultur gestalten können?

Vision:

Wer digital führen will, muss Sinn bieten

Wie motiviert Mitarbeiter den Digitalisierungsprozess mitgehen, entscheidet darüber, ob Führungskräften die Transformation gelingt, oder nicht. Wenn klare Strukturen in der VUCA-Welt verschwinden, suchen Mitarbeiter umso mehr nach einem Sinn hinter ihrem Tun. Nach dem großen Ganzen, das sich zu einem ambitionierten Ziel verbindet und die intrinsische Motivation jedes Einzelnen fördert. Das heißt: Aufgabe einer modernen Führungskraft ist es, Mitarbeitenden ein „Warum“ zu geben. 

Dazu müssen Unternehmen und ihre Teamleiter ihre Werte und Prinzipien klar fassen – wie einen einzigartigen unverwechselbaren Fingerabdruck – und daraus eine Strategie entwickeln, mit der sich die Mitarbeiter identifizieren können.

Eine gute Unternehmenskultur beginnt also beim Warum. Wer seinen Mitarbeitern sinnstiftende Aufgaben überträgt, kann sicher sein, dass sie mit ganzem Herzen hinter der Firma stehen. Ein positives Betriebsklima ist wiederum ein Aushängeschild für einen attraktiven Arbeitgeber. Gute Leute ziehen gute Leute an. Umso mehr Top-Kräfte Sie in Ihrem Unternehmen beschäftigen, umso größer ist der Anreiz für andere Leistungsträger und Experten, Teil Ihres Unternehmens zu werden. 

Transparenz:

Wertschätzende Kommunikation ist ein MUSS für moderne Führung

Wer Agilität und Innovation in sein Unternehmen bringen möchte, muss als Führungskraft heute mehr mitbringen als nur die Fähigkeit, Entscheidungen zu delegieren. Als Vorgesetzter müssen Sie coachen, motivieren und ein gutes Fingerspitzengefühl für Zwischenmenschliches beweisen, um das Betriebsklima am Laufen zu halten. Eine respektvolle Kommunikation und ein achtsames Miteinander sind wichtige Bausteine hierfür.

Wenn es Ihren Mitarbeitern an Wertschätzung mangelt, werden sie auch keine Top-Leistung erbringen. Die Augenhöhe entscheidet darüber, wie angenommen sich die Menschen in Ihren Teams fühlen. Hinzu kommen Klarheit und Transparenz. Horten Sie kein Wissen in bestimmten Abteilungen, sondern schaffen Sie eine Kultur der Offenheit in Ihrem Unternehmen. Das erst gibt Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, mitzudenken. Reine Information in Form von Zahlen, Daten und Fakten reichen dabei nicht aus, um Menschen zu berühren. Guten Führungskräften gelingt es, sogenannte „bonding power“ zu erzeugen und Mitarbeiter emotional mitzureißen. Dazu gehört allerdings eine zeitgemäße Sprache. Wenn Sie Digital Natives erreichen wollen, müssen Sie kurz, knackig und plakativ kommunizieren.

Fazit:

Mit agilen Führungsmethoden die Zukunft meistern

Corona hat die Notwendigkeit einer agilen Führung nochmal klar vor Augen geführt. Führungskräfte können sich nicht mehr auf Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Sie können nur ihre Agilität trainieren und lernen, wie man sich für Innovation und Disruption öffnet. Denn nur so sind sie in der Lage, in unvorhersehbaren Zeiten entschlossen und klar zu agieren und ihre Mitarbeiter dabei mitzunehmen. Dazu gehört es, Mut und Veränderungsbereitschaft zu kultivieren und in eine Unternehmenskultur zu überführen, die agile Projektführung und digitale Change-Prozesse zulässt.

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Der digitale Wandel ist unaufhaltsam. Und wer jetzt nicht Schritt hält, wird schon sehr bald vor massiven Problemen stehen. Das ist sicher. Dabei ist Digitalisierung kein lästiges „Must-do“, sondern eine der größten Chancen, die sich uns jemals eröffnet hat: Wer sie richtig nutzt, erreicht leichter mehr Kunden, kann sein Unternehmen exponentiell wachsen lassen und Geschäftsmodelle beliebig skalieren. Es entstehen unfassbare Möglichkeiten, die Ihnen jetzt noch gar nicht bewusst sind. Das erwartet Sie im Online-Videokurs:

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